Einschulungsfeier

Die ersten 68 Dissener IGS-Schüler

Gemeinschaft und Vielfalt an der neuen Hermann-Freye-Gesamtschule

hla Dissen. Sie sind die ersten – die 68 Schülerinnen und Schüler, die am Freitag mit ei­ner Ein­schu­lungs­fei­er an der Her­mann-Freye-Ge­samt­schu­le be­grüßt wur­den. Mit ih­rem Schul­start be­ginnt nun auch der Be­trieb der neu­en In­te­grier­ten Ge­samt­schu­le in Dis­sen.

Die El­tern sa­ßen ent- und auch ge­spannt an blu­men­ver­zier­ten Kaf­fee­ti­schen in der Au­la, ih­re Kin­der auf­ge­regt in Stuhl­rei­hen vor ih­nen und der Büh­ne. Al­le ver­folg­ten das bun­te Will­kom­men­spro­gramm mit Lie­dern und ei­ner Schat­ten­thea­ter-Vor­füh­rung, wäh­rend den „Ge­samt­schul-Neu­lin­gen“ si­cher­lich Fra­gen wie „Mit wem ich wohl in ei­ne Klas­se kom­me?“ durch den Kopf schwirr­ten. 

Be­vor sich die Klas­sen­leh­rer vor­stell­ten und die Ein­tei­lung be­kannt ga­ben, be­grüß­ten der kom­mis­sa­ri­sche Schul­lei­ter Jan Wes­sels und Bürg­er­meis­ter Hart­mut Nü­mann die auf­ge­reg­te Schar in der Au­la. „Nicht nur für euch, auch für die Stadt Dis­sen ist dies ein ganz be­son­de­rer Tag“, rich­te­te sich der Bürg­er­meis­ter an die Schü­ler.

Schließ­lich sei die In­teg­rier­te Ge­samt­schu­le die er­ste ih­rer Art im süd­li­chen Land­kreis Os­na­brück. Er wünsch­te „gu­tes Ler­nen an der Schu­le für al­le“. Ei­ne „Schu­le für al­le“ soll sie tat­säch­lich wer­den, die Her­mann-Freye-Ge­samt­schu­le, „Ge­mein­schaft und Viel­falt le­ben“, lau­tet ei­ne Aus­sa­ge ih­res Leit­bilds. Schü­ler al­ler her­kömm­li­chen Schul­for­men, von der För­der­schu­le bis zum Gym­na­si­um, wer­den hier in ei­ner Klas­se un­ter­rich­tet.

„Auf die­se Viel­falt muss der Un­ter­richt rea­gie­ren“, er­klärt An­net­te Steck, die kom­mis­sa­ri­sche Di­dak­ti­sche Lei­te­rin. So wur­den ab März die­ses Jah­res drei Mo­na­te lang in ei­ner Pla­nungs­grup­pe mit zehn Lehr­kräf­ten, El­tern- und Schü­ler­ver­tre­tern so­wie Ge­mein­de­ver­tre­tern Kon­zep­te ent­wor­fen und ab­ge­wo­gen. „Wir ha­ben uns be­müht, ei­ne Schul­form neu zu ent­wi­ckeln“, sagt An­net­te Steck.

Der Un­ter­richt wird in­di­vi­dua­li­siert statt­fin­den, für die Fä­cher Mat­he und Deutsch gibt es so­ge­nann­te „Lern­bü­ros“. Das be­deu­te, so die Di­dak­ti­sche Lei­te­rin, dass Schü­ler ei­ner Klas­sen­ge­mein­schaft sich zwar mit ei­nem ein­heit­li­chen The­ma be­schäf­tig­ten, es aber in­di­vi­du­ell auf ih­rem Ni­veau be­ar­bei­ten könn­ten. Sie be­stimm­ten den Lern­weg selbst, soll­ten sich selbst an­hand ei­nes Kom­pe­tenz­ra­sters ein­schät­zen und be­kä­men re­gel­mä­ßig Rück­mel­dung durch die Leh­rer und Tests.

Neu ist auch das Fach „Pro­jekt“ in dem an über­geord­ne­ten The­men wie Was­ser oder Wald, aber auch „Da bin ich Spe­zi­a­list“ oder „Wir als Ge­mein­schaft“ ge­ar­bei­tet wird. „Hier dür­fen sich die Schü­ler in ver­schie­de­nen Be­rei­chen er­pro­ben und sol­len die Er­geb­nis­se spä­ter auch prä­sen­tie­ren“, be­rich­tet An­net­te Steck. 

Was wohl ei­nen be­son­ders an­ge­neh­men Aspekt für die Schü­ler aus­ma­chen wird: Schul­no­ten gibt es bis zur Klas­se neun an der In­te­grier­ten Ge­samt­schu­le nicht mehr. Man kann al­so auch nicht mehr sit­zen blei­ben, die Klas­sen­ge­mein­schaf­ten blei­ben bis zur zehn­ten Klas­se be­ste­hen, und auch der Klas­sen­leh­rer wech­selt nicht. Als Be­wer­tung be­kom­men die Schü­ler am En­de des Schul­jah­res ei­ne de­tail­rei­che Rück­mel­dung in Form ei­nes Lern­ent­wi­cklungs­be­richts.

Ne­ben dem neu auf­ge­nom­me­nen Be­trieb der Ge­samt­schu­le lau­fen die be­ste­hen­den Jahr­gän­ge der Re­al­schu­le und der Haupt­schu­le Dis­sen noch wei­ter.

 

Der Na­mens­ge­ber der IGS: Her­mann Freye präg­te die Schul­land­schaft in Dis­sen maß­ge­blich mit. Er war von 1861 bis weit nach sei­nem Ein­tritt in den Ru­hes­tand 1877 an un­ter­schied­li­chen Schu­len zu­nächst als Leh­rer und an­schlie­ßend als Schul­lei­ter ak­tiv.

 

NOZ Medien vom 05.08.2017